Chefdirigent Milton setzt neue Akzente

Veröffentlicht: Montag, 07. Januar 2019 Geschrieben von Detlef Lang

Göttinger Symphonie Orchester begeisterte Publikum im Forum des Uslarer Gymnasiums

Neujahrskonzert mit Solo-Violine: Anne Luisa Kramb aus Aschaffenburg ist 18 Jahre alt und gehört zu den deutschen Nachwuchshoffnungen an der Violine. Sie spielte mit dem Göttinger Symphonie Orchester Stücke von Sarasate und Saint-Saëns. FOTO: GUDRUN PORATH
Neujahrskonzert mit Solo-Violine: Anne Luisa Kramb aus Aschaffenburg ist 18 Jahre alt und gehört zu den deutschen Nachwuchshoffnungen an der Violine. Sie spielte mit dem Göttinger Symphonie Orchester Stücke von Sarasate und Saint-Saëns. FOTO: GUDRUN PORATH

VON GUDRUN PORATH

Uslar. Beschwingt ungarisch ging es zu beim Neujahrskonzert des Literatur- und Kunstkreises mit dem Göttinger Symphonie Orchester im Forum des Gymnasiums. Chefdirigent Dr. Nicholas Milton hatte in Uslar Premiere.

Die Spannung im Publikum speiste sich auch aus der Neugier auf den neuen Dirigenten. In den Vorjahren hatte der ehemalige Chefdirigent Christoph-Mathias Müller so ausführlich wie amüsant über Komponisten und Entstehungsgeschichte der gespielten Stücke informiert und seine Zuhörer so an das Programm herangeführt.

Jetzt setzte der 1967 in Australien geborene Nicholas Milton andere Akzente. Im Dialog mit dem Publikum outete er sich schnell als Fan des hier gebrauten Bieres. Dies wirke ähnlich, wie sich ein Csárdás entwickle. Am Anfang sei alles in Ordnung mit der Welt, sagte der Chef der 50 Musiker auf der Bühne, wenn man aber zu viel davon trinke, werde es wild.

Ein bisschen wild darf ein Neujahrskonzert durchaus sein, davon zeigte sich das Publikum mit großem Applaus und „Bravo“-Rufen für die Programm-Auswahl des seit nunmehr 150 Jahren bestehenden Orchesters überzeugt. Im Mittelpunkt standen ungarische Klänge, darunter zwei Csárdás und eine schnelle Polka von Johann Strauß (Sohn), Brahms Ungarischer Tanz Nr. 1, der Rákóczi- Marsch von Berlioz und die Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate. Mit diesem Stück wie der Introduktion und Rondo capriccioso op. 28 von Camille Saint-Saëns konnte die 18-jährige und mehrfach preisgekrönte Violinistin Anne Luisa Kramb als Gast ihr Talent zeigen.

Wirkte der erste Teil des Konzerts trotz der fröhlichen Art von Milton, der ohne Noten dirigierte, und der positiven Reaktion des Publikums noch etwas verhalten, hatte sich das Orchester nach der Pause endgültig warmgespielt.

Die hörbare Spielfreude steckte an und animierte das Publikum zum Ende des offiziellen Programms zu spontanen, stehenden Ovationen. Die Belohnung folgte auf dem Fuße mit vielfachen Zugaben, bis der Radetzky- Marsch das Konzert endgültig beendete.

„Im nächsten Jahr bin ich wieder hier“

Für die Gastgeber vom Uslarer Literatur- und Kunstkreis und die Sponsoren war das Konzert schon vor Beginn ein voller Erfolg, denn alle Karten wurde verkauft. Ein paar freie Stühle gab es im Forum nur, weil Menschen, die keine Treppen laufen können, mit ihrer Begleitung auf der Galerie sitzen dürfen.

„Im nächsten Jahr bin ich wieder hier“, hatte Nicholas Milton schon zu Anfang des Programms verkündet. Der Termin für das Neujahrskonzert 2020 in Uslar steht bereits: Es ist der 2. Januar.

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 07. Januar 2019

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