Von Mexiko träumen

Veröffentlicht: Freitag, 06. September 2019 Geschrieben von Detlef Lang

Ausstellung mit Werken des Fotografen Ledermann

Ein Hauch von Mexiko: Gastgeber Matthias Riemer von der Kreissparkasse (von links) freut sich mit Fotograf Klaus-Jürgen Ledermann und Ralf Jasper vom Literatur- und Kunstkreis über das große Interesse an der Mexiko-Ausstellung. FOTO: GUDRUN PORATH
Ein Hauch von Mexiko: Gastgeber Matthias Riemer von der Kreissparkasse (von links) freut sich mit Fotograf Klaus-Jürgen Ledermann und Ralf Jasper vom Literatur- und Kunstkreis über das große Interesse an der Mexiko-Ausstellung. FOTO: GUDRUN PORATH

Uslar – Nach Mexiko zu reisen, erfordert einen mehrstündigen Flug oder eine lange Seereise. Hier muss diese Strapazen niemand auf sich nehmen. Es reicht der Gang in die Kreissparkasse in Uslar an der Langen Straße. In der Ausstellung „Mexiko: Zauberei und Licht“ hängen dort noch bis zum 8. Oktober die Bilder des Fotografen Klaus- Jürgen Ledermann aus Schönhagen, der vor 23 Jahren diese Reise unternahm.

Die Hauswände in strahlendem Weiß, tiefem Rot, leuchtenden Gelb und Grün, scharf abgegrenzt von einem unglaublich ultramarinblauen Himmel, ein Glockenturm, ein Mann, dessen tiefe Falten das Licht unbarmherzig scharf zeichnet, ein leuchtend rotes Band in schwarz glänzendem Haar, überbordende Natur, so stellt man sich Mexiko vor.

Auf den Bildern von Klaus- Jürgen Ledermann ist genau das zu sehen. Der in Schönhagen lebende Familienvater ist Meister der Fotografie, auf dem Papier und in seinen Bildern. Ledermann macht keine „Schnappschüsse“, seine Bilder sind nicht inszeniert, aber durchdacht.

Den unerschütterlichen Glauben der Mexikaner habe er darstellen wollen, sagt der Fotograf, der seine Berufsbezeichnung gerne in alter Weise „Photograf“ schreibt. Geradezu unerschütterlich wirken auch viele Motive. Wer sich auf die kleinen wie großen ausgestellten Bilder einlässt, kann eintauchen in die fremde Welt eines Landes, von dem Ledermann selbst sagt, dort treffe das 20. auf das 17. Jahrhundert.

1996 war er nach Mexiko gereist, als seine damalige Freundin mit einem Stipendium für ein Jahr dorthin ging. Er löste seinen Haushalt in Deutschland auf und folgte ihr mit 80 Kilogramm Gepäck. Nach zwei Monaten kam die Krise, er habe nichts mehr sehen können, sagt Ledermann und meint damit die Blindheit des Fotografen, der durch die Kamera blickt und kein Motiv mehr erkennt.

Ein Gespräch mit einem Straßenmusiker habe geholfen. Der sei in einer wenig belebten Straße aufgetreten, weil seine Motivation nicht das Geld war, sondern etwas für sich zu tun.

Dieser Motivation folgte auch Klaus-Jürgen Ledermann, entwickelte ein eigenes Buchprojekt und suchte sich ein Labor vor Ort, das die Bilder nach seinen Vorstellungen entwickelte. Die einzelnen Motive und ihre Wirkung besprach er direkt mit den mexikanischen Fotografen, die er traf und kennenlernte.

In Reiseführern wird man seine Bilder nicht finden. Für die habe er nicht fotografieren wollen, so Ledermann, denn da wüsste man nie, wie die Redakteure die Bilder verarbeiten würden oder welche Bildunterschriften sie wählten. Bleibt der Weg in die Ausstellung, die in einer Zusammenarbeit des Künstlers mit der Kreissparkasse und dem Literatur- und Kunstkreis entstand und zu deren Eröffnung sich mehr als 50 Gäste eingefunden hatten.

Zur Begleitmusik von Tatjana Vetter und Hans-Georg Gloger nahmen diese genau ins Visier, was gerahmt an den Wänden hing. Das eine oder andere Kunstwerk ziert vielleicht schon bald eine Wohnung im Uslarer Land, denn die Vergrößerungen seiner Bilder bietet Klaus-Jürgen Ledermann in limitierter Auflage zum Verkauf an. zyp

Die Ausstellung „Mexiko: Zauberei und Licht“ ist noch bis zum 8. Oktober während der Öffnungszeiten in der Uslarer Schalterhalle der Kreissparkasse Northeim zu sehen.

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 06. September 2019

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