Ein bisschen wie Urlaub

Veröffentlicht: Donnerstag, 08. Juni 2023 Geschrieben von Detlef Lang

Picknickkonzert mit der Folkband „Fior“ im Forstgarten

Entspanntes Publikum bei nordischem Folk: Das Konzert der Band „Fior“ im Forstgarten verfolgten die Zuhörer von mitgebrachten Sitzgelegenheiten aus. FOTO: GUDRUN PORATH
Entspanntes Publikum bei nordischem Folk: Das Konzert der Band „Fior“ im Forstgarten verfolgten die Zuhörer von mitgebrachten Sitzgelegenheiten aus. FOTO: GUDRUN PORATH

Uslar – Für den einen oder anderen war es ein bisschen wie Urlaub. Bei bestem Wetter lauschten bis zu 50 Zuhörer auf Decken, Campingstühlen und Bierbänken den entspannten Klängen der Folkgruppe „Fior“. Eingeladen zu dem Konzert im Forstgarten hatte der Literatur- und Kunstkreis in Kooperation mit dem Kleinen Café „Rolle Rückwärts“ und dem Kulturbahnhof Uslar.

Viele Gäste waren neugierig, was es mit einem Picknickkonzert auf sich hat und ließen sich kurz im Forstgarten nieder. Andere machten eine Pause von der samstäglichen Radtour, wieder andere kamen ganz gezielt, um aus dem Sommerabend im Solling einen Sommerabend mit nordischem Flair zu machen.

Dafür sorgte auf der Bühne die Band „Fior“ aus Süddeutschland mit ihrer nordischen Folkmusik. „Nordisch“ vor allem deshalb, weil das volltönende Saiteninstrument der schwedischen Nyckelharpa eine wichtige Rolle spielt oder der schottische Dudelsack und die Säckpipa. Volltönend auch deshalb, weil es sich wie bei der ebenfalls zu hörenden Drehleier um Borduninstrumente handelt, bei denen immer ein Grundton auf gleichbleibender Tonhöhe mitklingt.

Wie engagiert die vier Musiker Regina Kunkel (Nyckelharpa), Rick Krüger (Gesang, Dudelsäcke, Flöten, Klarinette), Sebastian Elsner (Drehleier) und Björn Kaidel (Gitarre, Nyckelharpa) bei der Sache sind, zeigt auch das Programm. Es sind keine Lieder von der Stange oder aus dem nordischen Volksliederbuch. Die vier suchen in alten Notenmanuskripten nach Melodien, die sie bemerkenswert finden, oder vertonen selbst Gedichte. Theodor Fontanes Gedicht vom Birnbaum zum Beispiel oder Joseph von Eichendorffs romantisches „Allgemeines Wandern“.

Wer sich bei der Textzeile „Jetzt blüht’s in allen Wipfeln“ an den Baumstamm lehnte und den Blick nach oben richtete, konnte schnell ins Träumen geraten, um beim nächsten, zum Mittanzen einladenden Programmpunkt gleich wieder in die Realität zurückgeholt zu werden. Dort entspannen sich auch unter der Musik Gespräche unter den Konzertbesuchern oder es wurde zwischendurch für Nachschub an Essen und Getränken im Kleinen Café „Rolle Rückwärts“ gesorgt.

Am Ende waren es zwar nicht so viele Zuhörer wie erhofft, die zudem noch freien Eintritt hatten und lediglich um eine Spende gebeten wurden. Aber es war doch eine gelungene Veranstaltung mit begeisterten Gästen, die für eine erfreuliche und deutliche Belebung der Innenstadt zu späterer Stunde sorgte. zyp

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 08. Juni 2023

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