Viel Spaß mit ernster Musik

Veröffentlicht: Samstag, 15. Juni 2013 Geschrieben von Detlef Lang

Die beiden Konzertakrobaten Gogol und Mäx begeistern ihr Uslarer Publikum

Viel Spaß mit ernster Musik
Spaß mit ernster Musik: Mit Mozart und Beethoven, Mini-Akkordeon und einer Klarinette im Wasserbad brachten Gogol und Mäx ihr Publikum zum Lachen. Foto: Porath

USLAR. Uslar. Wenn ein Klavier, eine Blumenvase und eine Tuba zum Gerüst für eine Trapezstange werden, dann sind Gogol und Mäx im Spiel. Die beiden Freiburger Konzertakrobaten begeisterten das Publikum im Forum des Gymnasiums mit ihrem komischen Können.

Die beiden haben Preise gewonnen und die Welt begeistert – ob in St. Moritz, Barcelona, Zürich oder Bangkok. Auch in Uslar waren sie schon einmal, vor ausverkauftem Haus. Und dann das: Gerade einmal 50 Zuhörer verlieren sich im Forum des Gymnasiums. "Wir haben zuerst überlegt, ob wir die Veranstaltung absagen", so Justus Pahlow, Chef des Literatur- und Kunstkreises. Weil sie aber ihr Publikum nicht enttäuschen wollten und mit Leib und Seele ihren Job machen, wäre das keine Option für Gogol und Mäx gewesen, berichtet Pahlow.

Zum Glück für die Zuschauer, die einen Auftritt der Extraklasse erlebten. Wohl kein Musikinstrument, dass Gogol, alias Christoph Schelb, und Mäx, Max-Albert Müller, nicht spielen. Vom Klavier über die Riesentuba bis hin zum selbstgebastelten Glockenrad und Wasserschlauch. Alles kommt zum Einsatz, alles klingt perfekt. Ob sie über dem Klavier hängen und vierhändig spielen oder mit dem Saxophon auf einem Rollbrett jonglieren.

Die Geschichte ist einfach: Gogol, der gelernte Konzertpianist Schelb, versucht, ein seriöses Konzert zu geben. Im Frack und ernster Miene startet er unermüdlich einen neuen Versuch.

Müller, ebenfalls studierter Musiker, macht den Clown Mäx. Riesenschuhe, wilde Mähne, große Hose und Grimassen. Sein einziges Ansinnen: Das Solo zu verhindern und den Spaß in die ernste Musik zu bringen. Mozart, Bach, Beethoven, was immer es ist, wird bei Mäx ruckzuck zu "La Cucaracha".

Klarinette im Wasserbad

Das spanische Lied über die Küchenschabe ertönt auf dem Mini-Akkordeon, dem Xylophon, auf dem Mäx Geige spielt, auf der Klarinette im Wasserbad oder dem Glockenrad. Gemixt mit Akrobatik am Reck, Jonglage und Grimassen. Was der eine anfängt, sabotiert der andere. Ohne viele Worte, aber mit immer neuen Instrumenten.

Gogol und Mäx verbinden Klassik, Komik und Artistik, die selbst das Publikum musikalisch lachen lassen. Das wird für seinen minutenlangen Beifall nach zwei Stunden noch mit einer Zugabe belohnt. Für die Künstler gibt es erstmal ein hiesiges Bier. Das, verrät Justus Pahlow am Ende, mögen sie nämlich sehr. (yp)

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 15. Juni 2013

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