Experimentierfreudige Musik-Piraten

Veröffentlicht: Dienstag, 28. Juni 2005 Geschrieben von Detlef Lang
Multitalent Ebstein

USLAR. Ein Musikerlebnis der erfrischend unkonventionellen Art gab es am Freitag im Kulturbahnhof Uslar. Der Literatur- und Kunstkreis (LuK) hatte das kleine Berliner Orchester Shoot the Moon verpflichtet. Die sechs Musiker verzauberten die 100 Zuhörer mit ihrer ansprechenden Mischung aus Jazz, Offkey-Tango und Lunatic-Waltz. Der Andrang war so groß, dass die Veranstalter Stühle noch nachreichen mussten und der Musikabend mit viertelstündiger Verspätung begann.

Das Sextett unter Leitung der gebürtigen Uslarerin Almut Schlichting begeisterte mit seinem durchweg eigenwilligen und manchmal etwas schrägem Sound. Die größtenteils selbst komponierten Stücke versprühten Flair und waren musikalisch sehr gut arrangiert. Man merkte, dass sechs Berufsmusiker auf der Bühne standen. Immer wieder spendete das Publikum Szenenapplaus für die großartigen Soli von Almut Schlichting am Altsaxofon, Sabine Ercklentz an der Trompete, Tobias Dettbarn an der Bassklarinette, Sven Hinze am Kontrabass und Christian Marien am Schlagzeug. Und Sängerin Anke Jochmaring setzte ihre Stimme gekonnt in Szene.

Die Experimentierfreude des Orchesters erinnerte an Pink Floyds Debütalbum Ummagumma. Shoot the Moon bezeichnen sich selber als Musik-Piraten, die sich Anleihen aus den verschiedensten Stilrichtungen holen und die Elemente dann für die eigenen Kompositionen zusammenfügen. Von den Kaperfahrten auf dem Meer der Musik handelte das Lied Pirates Lovesong.

Begeisterung pur herrschte nach dem Konzert bei den Zuhörern, durchweg schaute man in zufriedene Gesichter. Und auch der Literatur- und Kunstkreis als Veranstalter hatte Anlass zur Freude über einen gelungenen Musikabend. "Das ist super!", freute sich LuK-Vorsitzender Justus Pahlow (Eschershausen), "der Kulturbahnhof war ausverkauft, das ist ein wunderbares Gefühl." (ZNO)

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 28. Juni 2005

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