Preis für „Hier ist nichts"

Veröffentlicht: Sonntag, 26. Oktober 2008 Geschrieben von Detlef Lang

Linda Entz (Königslutter) gewinnt Literaturpreis 2008 - Geschichte über ihr Heimatdorf

Preis für „Hier ist nichts

USLAR. "Hier ist nichts" heißt die Geschichte von Linda Entz, die von ihrem Heimatort Groß Steinum (Königslutter) erzählt, dem schönsten Dorf im Landkreis Helmstedt. Für die Jury des Literatur- und Kunstkreises Uslar war es die schönste Geschichte aus 125 Einsendungen zum Uslarer Literaturpreis 2008, der diesmal das Thema "Meine Heimat - einzigartig" hatte.

Die feierliche Preisverleihung fand am Samstagabend im Alten Rathaus Uslars statt. Linda Entz war nicht die einzige, die einen Preis bekam. Neben einem zweiten und dritten Preis verlieh die Jury wegen der vielen originellen Beiträge noch drei Sonderpreise, darunter einen an Marianne Schmidt aus Göttingen, Lehrerin am Gymnasium Uslar. Sie erhielt den ersten Sonderpreis für ihre Geschichte "Das Tor zur Freiheit". Darin geht es um eine Frau, die nach vielen Jahrzehnten Arbeit im Grenzdurchgangslager Friedland, dem Tor zur Freiheit, in den Ruhestand verabschiedet wird.

Die Preisträgerin Linda Entz, Jahrgang 1976, führt hauptberuflich als Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeisterin den elterlichen Betrieb. Das Schreiben ist der zweite Schwerpunkt in ihrem Leben, sagte die Autorin, die hauptsächlich nach der Arbeit schreibt. Meist nach Mitternacht. Und mit Erfolg. Denn sie hat schon in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien Lyrik und Prosa veröffentlicht und ist Preisträgerin des Literaturwettbewerbs Utopia der Aktion Menschen und des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.
In ihrer Geschichte führt sie ein fiktives "Du" durch ihr Heimatdorf. Es stellt ständig fest, hier ist nichts, während die Autorin zu jeder Stelle Geschichten erzählt: Aus dem Nichts wird ganz viel.

Die Befürchtung, dass zum Thema Heimat mit kitschigen, sentimentalen oder gar nationalistischen Ergüssen zu rechnen war, bestätigte sich nicht. Im Gegenteil: "Es ging meist um den Begriff Heimat als das zu Hause, geprägt von besonderen Landschaften, geografischer Lage, Sprache, Arbeitswelt oder Vereinsleben und um verlorene und wieder gewonnene Heimat", sagte Justus Pahlow, Vorsitzender des Literatur- und Kunstkreises.

Für den erkrankten Jury-Chef Harald Wetzold (Uslar) übernahm Jury-Mitglied Ursula Rath-Wolf (Göttingen) die Würdigung der Preisträger. Die Preise übergab Uslars Bürgermeisterin Martina Daske, die zudem mit einer lockeren Interviewrunde erreichte, dass man die Preisträger ein wenig näher kennenlernte.

Gut angekommen sind bei den 50 Zuhörern auch die Lesungen der Autoren. Applaus gab es außerdem für die Arbeit der Jury (Schriftsteller Harald Wetzold aus Uslar, Lehrerin Ursula Rath-Wolf aus Göttingen, Schriftstellerin Gabriele Herzog aus Braunschweig und Lehrerin i. R. Christa Erlemann aus Uslar) sowie das Hardegser Swing-Quartett für die Musikbeiträge zwischendurch.

Quelle: HNA - Sollinger Allgemeine vom 26. Oktober 2008

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